• DNN (Dresdner Neueste Nachrichten) und
  • SZ (Sächsische Zeitung) sind in Dresden herausgegebene sächsische Tageszeitungen, 
  • SAX ist ein monatlich erscheinendes Dresdner Stadtmagazin.
  • DER ELBHANG-KURIER ist eine Zeitschrift für die Dresdner Stadtteile Weißer Hirsch, Loschwitz, Blasewitz, Bühlau, Rochwitz, Wachwitz, Niederpoyritz, Hosterwitz, Pillnitz, Oberpoyritz, Söbrigen.

DNN, 13.08.1996:

HB-Keramik gibt’s auch am Körnerplatz

Zum Beitrag „Die berühmten HB-Werke nun auch in Dresden“ von Anja Rost (Ausgabe 7.August):

Der recht informative Artikel von Anja Rost hat mich so animiert, daß ich mich gleich nach dem Lesen nach Pillnitz aufmachte, um mich dort mit viel Vergnügen dem Sehgenuß der beschriebenen Ausstellung, die in bemerkenswert  gelungener Weise einen umfassenden Überblick über das lange künstlerische Schaffen der großen alten Dame Bollhagen vermittelt, hinzugeben.

Der Rückweg in die Innenstadt führte mich später über den Körnerplatz, wo ein schlichtes Hinweisschild „Keramik“ meine Neugier weckte.  So folgte ich denn dem Pfeil in die Friedrich-Wieck-Straße; nach wenigen Metern führt die Schrift „Keramik am Körnerplatz“ auf der Stirnseite eines mit selten sicherem Stilgefühl restaurierten Fachwerkhauses zu einem zwar kleinen, dafür aber sehr feinen Laden.

Kaum vermag ich die freudige Überraschung wiederzugeben, die ich beim Eintreten in den sehr geschmackvoll eingerichteten Laden empfunden habe. Mein Blick war sofort auf ein ausgewähltes Sortiment von „HB“-Keramik gefallen, zum Anfassen diesmal und ohne die etwas beeinträchtigende Vitrinen- Distanz, also Bollhagen „live“ gewissermaßen.

  Meine Freude war um so größer, als ich ja nun nicht den anempfohlenen Weg nach Chemnitz einzuschlagen hatte, sondern gleichsam vor der Haustür das gehabte Museumsvergnügen „handgreiflich“ vertiefen konnte. Mein Insidertip deshalb, sehr geehrte Frau Rost: Nicht Chemnitz, nein, der nahe Körnerplatz sei fürderhin das Ziel von Hedwigs Freunden.

Hans Böhme 

01097 Dresden  

DNN, 07.11.1998:

Matz Griebel bevorzugt die klassischen Muster

Stadtmuseumsdirektor Matthias Griebel kauft gern im Keramikladen von Ulrike Hausmann (31) in Loschwitz. Gerade die klassischen Druckmuster auf Kannen und Schüsseln haben es ihm angetan. Das Geschäft „Keramik am Körnerplatz“ feiert am 11. November sein nunmehr dreijähriges Bestehen. Die gelernte Augenoptikerin Ulrike Hausmann (ihre Mutter riet ihr, mal was anderes zu machen) verkauft sächsische Keramik unter anderem von Hedwig Bollhagen und Christine Kleeberg.

Das wohl kleinste „Keramiklädchen“ in Dresden hat sogar am Sonntag geöffnet und lockt mit seinem bunten Sortiment (auch originale Keramikglocken aus Litauen) viele Schaulustige. „Viele Leute sind erst mal neugierig und gucken bloß. Später kommen sie dann mit gezielten Wünschen wieder.“ Die gebürtige Dresdnerin kann mittlerweile viele Stammkunden begrüßen. Auch Stadtrat Hermann Henke schaut gern einmal vorbei. Das einzige „Problem“ des Ladens: Hauskatze „Sibbi“. Sie liegt den ganzen Tag faul zwischen den Keramikgefäßen und –figuren herum. Hebt sie plötzlich den Kopf, ist schon manchem Kunden der Schreck durch die Glieder gefahren.     

Sax November 2000 

Gebrannte Vielfalt

Fünf Jahre Keramik am Körnerplatz

Durch Zufall entstand die Idee vom eigenen Laden. Zusammen mit dem Musiker Michael Schulz , mit dem Ulrike Hausmann in einer Band spielte und der das Haus in der Friedrich-Wieck-Straße restaurierte, überlegte sie, was man mit dem kleinen Raum im Erdgeschoß machen könnte. „Keramik? Hört sich nicht schlecht an.“, meinte Ulrike Hausmann, die schon vorher mit Malerei und Kunst zu tun hatte. Dann lief alles ebenso schnell wie chaotisch ab, denn der Laden sollte unbedingt noch vor Weihnachten eröffnet werden. Am 11. November 1995 war es dann so weit – alles war eingerichtet.

 Mit der Zeit baute sich ein persönliches Verhältnis zu Keramikherstellern auf, was ihr heute ermöglicht, auf Kundenwunsch anfertigen zu lassen. Sie bezieht dabei Ware von verschiedenen Werkstätten, denn die Vielfalt ist Ulrike Hausmann sehr wichtig. So findet man bei ihr Bollhagen-Keramik, Lausitzer Keramik, Stücke von der Dresdner Grafikerin Christine Kleeberg und des Dresdner Künstlers Khalid Al-Kubaisi. Die Auswahl reicht von „braunen derben Sachen“ bis hin zu „richtigen“ Kunstwerken. Die Stammkundschaft wächst, reicht vom Studenten bis zur Großmutter und kommt von überall her. Übrigens auch sonntags kann man hier von 11 bis 16 Uhr sein Geld für Keramik „loswerden“.

KATJA  WENZEL

SZ, 09.11.2000

Wenn der Adel grüßt

In Ulrike Hausmanns Keramikladen wird am Sonnabend gefeiert.

Von Sabine Bachert 

Einladend steht bei schönem Wetter die Tür des kleinen Keramikladens von Ulrike Hausmann offen. Das zieht Vorübergehende an oder auch Nachbarn. Die einen sind oder werden Kunde, die anderen wollen einfach mal nur „Guten Tag“ sagen. „Es ist schön, wenn einen der Loschwitzer Adel grüßt“, sagt Ulrike Hausmann. Der Adel, das sind nicht die Blaublütigen, sondern die Alteingesessenen. In den letzten fünf Jahren hat sich Ulrike Hausmann deren Anerkennung verdient. Und das wird am Sonnabend so richtig gefeiert. Mit böhmischer Blasmusik, mit Geschichten von Matz Griebel, mit Geschäftsleuten und Künstlern. „Angefangen hat das alles ganz komisch“, sagt die 33-Jährige. „Ich bin durch Loschwitz gelaufen und habe überlegt, was ich nun machen soll.“ Bis zum Herbst 1989 war sie Augenoptikerin  Am 15. November hat sie sich auf den Weg nach dem Westen gemacht – nach Nürnberg. Im Gepäck ihre Vorstellungen von einer anderen Gesellschaft, ihr Hab und Gut, einen Packen Grafiken

und ihr Klavier. Vier Jahre später ist sie zurückgekommen. Als Michael Schulz, ein Musiker aus der gemeinsamen Zeit im Jazz Quintett Dresden, hörte, daß sie eine neue Aufgabe sucht, bot er ihr den Laden in seinem Haus in der Friedrich-Wieck-Straße 7 an. „Er dachte an Keramik, ich daran, daß ich davon keine Ahnung hatte.“ Malen, Musik machen, das war damals ihre Welt. Heute hat Ulrike Hausmann dafür nur noch wenig Muse. Der 13 Quadratmeter große Laden, die Aufgaben als Geschäftsfrau und vor allem das Herbeischaffen der wunderschönen Keramiken nehmen sie voll in Anspruch. Die verschiedenartigen Glocken zum Beispiel, die quer durch den Laden von der Decke hängen,  kommen aus Litauen. Bei Ulrike Hausmann stehen Keramiken der Dresdnerin Christine Kleeberg ebenso in den Regalen wie die von Hedwig Bollhagen oder verschiedene Lausitzer Keramik. Den Einkauf der Ware erledigt sie selbst, fährt in die Töpfereien, auf Märkte, besucht Messen.

Während wir so plaudern, kommt Michael Schulz rein, bedankt sich mit einem Souvenir dafür, daß Ulrike Hausmann während seiner Abwesenheit auf Mieze aufgepaßt hat. „Das ist keine große Sache“, sagt sie. „Die kleinen Geschäfte hier rund herum, wir hier sind wie eine Familie.“       

DNN, 18.11.2000

Danke für einmaliges Erlebnis

Ein Sonnabendvormittag in Loschwitz

Als Passant stand ich am 11.11., einem Sonnabendvormittag auf dem Körnerplatz und harrte des Ampelgrüns, als der stete Verkehrslärm jählings von Fanfarenklang übertönt wurde. Den ungewöhnlichen Tönen folgend, gelangte ich auf die Friedrich-Wieck-Straße. Dort, auf dem Platz vor dem Laden „Keramik am Körnerplatz“, hatte sich eine größere Menschenmenge eingefunden, vor der ein Herr, gekrönt von schwarzem Zylinderhut, kräftig ins Horn stieß. Auf Befragen Umstehender wurde mir beschieden, daß soeben der Leiter des hiesigen Ortsamtes, Herr Rauch, den Loschwitzer Fasching eingeblasen hätte. Erheitert ob solch originellen Gebarens wandte ich mich schon zum Gehen, doch da

hob unversehens eine Blaskapelle an, böhmische Weisen zu     schmettern. Auf dem Asphaltparkett begannen einige Paare sich im Tanze zu drehen. Ich muß wohl einen ziemlich ratlosen Anblick geboten haben, denn eine junge Frau trat herzu und lud mich herzlich ein, am Feste anläßlich des fünfjährigen Eröffnungsjubiläums ihres Keramikladens teilzunehmen. Meinen verlegenen Einwand, ich sei kein Kunde ihres Geschäftes, wischte sie mit entwaffnender Freundlichkeit und der Bemerkung beiseite, hier sei jeder Gast willkommen, das wäre in Loschwitz guter Brauch. Ich solle mich einfach wohlfühlen und ansonsten den dargebotenen Speisen und Getränken nach Belieben zusprechen. Sprach’s und entschwand fröhlich im Gemenge. Die unermüdliche vierköpfige Kapelle aus Dečin löste letzte Hemmschwellen. Ich danke sehr für dieses einmalige Erlebnis.

Alfred Böhm

01309 Dresden

DER ELBHANG-KURIER  November / 11  2005

Der König Drosselbart und die Beamten

Eine wahre Geschichte - kein Märchen

Vor 10 Jahren eröffnete Ulrike Hausmann im Haus Friedrich-Wieck-Straße 7 in Loschwitz auf 13 Quadratmetern den wohl kleinsten Keramikladen im Lande. In ihren Anzeigen warb sie mit dem Spruch „Gerettet vor dem  König Drosselbart.“. Der König hoch zu Pferde bedrohte aber nicht mehr die irdenen Waren. Doch schon der erste offizielle Kunde ließ erahnen, wo die Gefahren für einen kleinen Laden in heutiger Zeit liegen. Der Beamte des Gewerbeamtes  ließ die Ladenbesitzerin wissen, daß der Antrag, sonntags öffnen zu dürfen, nicht genehmigt werden kann und sie ihn doch zurückziehen solle, da sonst die amtliche Ablehnung 120,- DM kosten würde. Ganz so freundlich war eine Zoll-Beamtin am Grenzübergang Bahratal nicht, wo Ulrike Hausmann wieder Keramik aus dem Nachbarland einführen wollte. Jedes Teil mußte ausgepackt, begutachtet und danach in den Schnee gestellt werden. Nach Stunden sollte sie (unnötigerweise) Frachtpapiere, wie für große „Brummis“ üblich, ausfüllen (wofür man ein dickes Buch braucht), und wurde trotzdem anschließend noch nach Zinnwald geschickt. -  Diese Schikanen sind heute, mit Beitritt Tschechiens in die Europäische Union, schon Geschichte und kaum noch vorstellbar. Kaum vorstellbar ist auch die wilde Parkplatz-Situation vor ein paar Jahren vor dem Geschäft. Um hinter all den Autos noch gefunden zu werden, verstellte die Händlerin den Platz vorm Geschäft. Das Ordnungsamt, damals im Ortsamt noch auf Sichtweite, reagierte umgehend: „Sie haben zu entfernen: den Tisch, die Bank, diverse Blumenkübel, Warenauslagen und insbesondere zwei Stück Fahrräder.“ Ihre Frage, wie unterhalb der Treppe „öffentlicher Verkehr“ stattfinden solle, blieb unbeantwortet. Also wurden kurzerhand Blumen und Waren ans Haus gehängt und allen erzählt, warum. -

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Der Stand von Ulrike Hausmann vor ihrem Geschäft zum Elbhangfest. Foto: Jürgen Frohse

Die schriftlich geführte Auseinandersetzung füllte einen Ordner, bis der zuständige Bürgerpolizist, mit baumelnden Handschellen an der Hosennaht, gefolgt von zwei Beamten des Ordnungsamtes ihr einen Besuch abstattete. Über den Körnerplatz war der Ruf zu hören, jetzt wirst Du wohl sogar noch verhaftet? Freundlich bat der „BüPo“ Ulrike Hausmann in ihren eigenen Laden, um ungestört reden zu können. „Was macht denn das Fahrrad vor dem Laden?“ „Es parkt.“ „Ein Fahrrad kann nicht parken. Aber wenn sie es an den Rand fahren, dürfen sie die anderen Sachen wieder hinstellen.“ „Den Tisch, die Bank, diverse Blumenkübel und Warenauslagen?“ Die Händlerin mußte zweimal nachfragen, aber der Konflikt war beigelegt. Heute ist der Teil der Friedrich-Wieck-Straße wunderbar hergerichtet und auch sonntags können seit 1997 die Geschäfte öffnen. Daß der kleine Laden die vielen Baustellen überstand und am 12. November Jubiläum feiern kann, verdankt er nicht „amtlicher Beihilfe“, aber sehr wohl der treuen Stammkundschaft.

Jürgen Frohse

SZ, 08.12.05

Bollhagen und Boogie

BEGEGNUNG

Seit zehn Jahren verkauft Ulrike Hausmann am Körnerplatz feinste Keramik.

Die Katze Kitty aus dem Nachbarhaus ist an diesem Morgen der erste Gast in dem gemütlichen Keramikladen. Etwas gelangweilt schnuppert sie an der großen Bodenvase, schaut mäßig interessiert auf die vielen Tassen, Becher, Gärtöpfe, Milchkännchen und Kerzenhalter, um sich schließlich auf ihrem Stammplatz niederzulassen. Nicht ohne sich vorher eine Streicheleinheit von der jungen Frau hinter dem Verkaufstresen geholt zu haben. Anders dagegen die nächsten Kunden. Enthusiastisch ruft die ältere Dame mit Hut ihrem Gatten zu: „Nun schau doch mal, Hans, echte Bollhagen-Keramik!“  Der angesprochene Hans schaut und zeigt sich ebenso begeistert wie spendabel. Schon wechseln Euro-Scheine sowie zwei zartblaue Teebecher den Besitzer.

Die junge Frau hinter der Kasse ist Ulrike Hausmann, Inhaberin des kleinen Keramik-Ladens am Körnerplatz.

Foto: SZ / Jürgen Lösel

Ulrike Hausmann in ihrem Laden. Foto: SZ/Jürgen Lösel

Vor zehn Jahren wagte die gelernte Optikerin den Sprung in die Selbstständigkeit, den sie bislang nicht bereut hat. „Freiheit“, nennt sie spontan als Stichwort auf die Frage, was ihr am besten an ihrer jetzigen Tätigkeit gefalle und fügt verschmitzt hinzu: „Es gibt keinen garstigen Chef.“ Damals war sie ohne Arbeit; ein Bekannter bot ihr die Möglichkeit an, das Geschäft in dem sanierten Haus in der Friedrich-Wieck-Straße zu mieten. Von ihrer Mutter und ihrem Freund angespornt und unterstützt sagte Ulrike Hausmann  zu.

Der Erfolg ihres kleinen Geschäftes liegt vielleicht darin, daß sie nur die Keramik-Produkte einkauft, die sie sich auch selber in die Wohnung stellen würde. Konkret heißt das: „Kein Kitsch, kein Schnickschnack, sondern funktionstüchtig und etwas Interessantes von der Glasur und Gestaltung.“ Die 38-jährige Dresdenerin kauft sowohl bei Töpfern in Dresden wie in der näheren Umgebung, z.B. der Oberlausitz, bezieht Keramik von einem Prager Töpfer, bietet filigrane Glocken aus Litauen  und schließlich Hedwig-Bollhagen-Keramik an. „Ne echte Legende“, so ihr kurzes Urteil.

Worüber sie sich am meisten freut, wenn sie auf die vergangenen zehn Jahre zurückblickt? „Meine Stammkunden. Mit manchen ist daraus eine richtige Freundschaft entstanden.“ Obwohl ihr Laden selber nicht vom Hochwasser 2002 betroffen war, riefen damals viele Kunden an und wollten helfen.
Glück nicht nur mit den Kunden, sondern auch mit den benachbarten Antiquariaten, Kunsthändlern und kleinen Geschäften. „Es ist ein gutes Miteinander. Wir leben hier nicht in Konkurrenz, sondern schieben uns eher die Kunden zu.“

Natürlich hat die Selbständigkeit  ihren Preis. Da der Keramik-Laden auch am Sonntag geöffnet ist, bleibt nur noch der Montag als einzig freier Tag. „Und den brauche ich, um Ware zu kaufen.“ Dennoch nimmt sich Ulrike Hausmann  Zeit für ihr Hobby. Abends macht sie Musik: Blues und Boogie am Klavier. Zu ihren Auftrittsorten zählen unter anderem der Dresdner Boogie Sommer im Breschke & Schuch,  das Elbhangfest, kleinere Lokale in Dresden und das Inselfest in Laubegast. Wenn nach Feierabend mal keine Musik angesagt ist, wird gut gekocht und mit viel Zeit und Genuß gegessen. Während Ulrike Hausmann mehr für die exotische Kost ist, bevorzugt ihr Freund Gisbert eher die bodenständige Küche. Kein Wunder, daß im Hause Hausmann erst gegen 1.30 Uhr die Lichter ausgemacht werden. (hui)

  • “Keramik am Körnerplatz”, Friedrich-Wieck-Straße 7: Di bis Fr 10 bis 18.30, Sa bis 14 Uhr und So 11 bis 16 Uhr; www.keramik-am-koernerplatz.de

SZ, 26./27.05.07

Trödel, Nippes, Töpferwaren:

 Shoppen am Blauen Wunder

Auch am Körnerplatz lässt sich mit Dingen, die man nicht unbedingt braucht, Geld verdienen .

  • LOSCHWITZ           

Bild

Kleiner Laden, großes Einzugsgebiet: Bei Ulrike Hausmann gehören sogar Hallenser und Cottbuser zur Stammkundschaft.

Foto: SZ/Marion Gröning

 

Hinter dem Körnerplatz herrscht malerische Idylle: Schmucke Fachwerkhäuschen stehen an der Friedrich-Wieck-Straße aufgereiht. Die Gasse sieht nach Dorf aus, an einem Ende liegt die Elbe, das andere weist in Richtung Weißer Hirsch.

Dennoch lesen sich die Schriftzüge über den Ladentüren in der Straße so, als ob dort wahre Touristenströme vorbeiflanieren würden: "Keramik am Körnerplatz", "Loschwitzer Kunststube", "Antik & Trödel". Doch floriert das Geschäft mit Dingen, die man nicht unbedingt braucht, in Loschwitz?

"Wir leben von Stammkunden", sagt Ulrike Hausmann, in deren 13 Quadratmeter großem Geschäft "Keramik am Körnerplatz" sich Teller, Tassen und Vasen stapeln. Sogar ehemalige Dresden-Touristen, die ihren Laden bei einem Spaziergang kennen gelernt haben, gehören zu den festen Kunden. "Ich verkaufe hier Bollhagen-Keramik. Die wird nur von wenigen gehandelt. Ich biete sie zum Werkspreis an ", sagt Hausmann. Zu ihr kämen deshalb sogar Chemnitzer, Hallenser und Cottbuser Liebhaber dieser Töpferkunst aus dem brandenburgischen Marwitz ....

Carsten Gäbel